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Once a month

Ich möchte Sie, wenn Sie denn mögen einmal monatlich teilhaben lassen an Inspirationen und Überlegungen, die mir im beraterisch-beruflichen Alltag begegnen. 

Das Geschenk in Organisationen tätig zu sein und damit sowohl in engsten Kontakt mit den Themen der Mitarbeitenden zu kommen, als auch die Komplexität organisationalen Handelns in allen Facetten kennenzulernen, lädt mich ein mir immer neue Fragen zu stellen und mich in Entwicklung zu begeben. 

Die Prozesse der Menschen und der Systeme wirken in jeder Hinsicht coevolutionär. Genau dies möchte ich wiederum als Geschenk zu Verfügung stellen. Vielleicht entsteht so eine Schleife der Entwicklung, die wiederum den Menschen in der Arbeitswelt hilfreich ist. Geschenke kann man annehmen, muss es aber nicht. Verrückterweise macht das Schenken dennoch Freude…

Das Bild des Geschenks leitet mich Gedanken in einer Briefform an Sie zu adressieren. Vermutlich wird dieser mehr Fragen aufwerfen, als Antworten produzieren. Vermutlich sind es auch eher die kleineren Dinge des Berufsalltags, die ich als Geschenk wahrnehme- und das ist auch gut so. So haben Sie die zweifache Wahl: Annahme des Geschenks und Bewertung.

Seien Sie gewiss: In jedem Brief wahre ich die Schweigepflicht gegenüber meinen Kund*innen.

 


18.Juni 2022

Vom Klima in Organisationen

 

Liebe Menschen, die once a month lesen

Heute wird es etwas ernster. Ich werfe den Blick auf die Klimakatastrophe. Sie zeigt sich gerade so massiv, das man beim besten Willen auch hier in unseren lebensfreundlichen Gefilden nicht vorbei schauen kann. Ich erinnere mich gut an die Unwetter im letzten Monat. Im Jahr 2050 soll laut neuester Studien Berlin die Temperatur haben, wie San Marino heute.

Die Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen kann hilflos machen. Schnell landet man in einer Problemtrance, die wiederum Scham über Hilflosigkeit auslöst und die Frage nach der Verantwortung als Copingstrategie verschiebt. 

Das macht nicht kreativ und führt damit auch nicht in die Lösungsorientierung.

Wir alle verbringen den größten Teil unseres Lebens in Organisationen. Was, wenn wir unsere Kraft, Kreativität und Energie nicht alleine versuchen in Bewegung zu bringen, sondern auf das schauen, was in diesen großen Lebensbereichen passiert? Es muss nicht mehr der hilflose Versuch sein die Transformation alleine durchzuführen.

Ich behaupte Veränderung ist möglich. Und zwar dann, wenn wir groß und fröhlich denken. Organisationen haben drei große Bereiche: Die Wirtschaftlichkeit (Ökonomie), das miteinander (Human Potential) und die Ökologie (Climate responsability).

Denken wir alle drei Bereiche gemeinsam, so passiert das, was in Systemen passiert. Die Erfolge und Ressourcen des einen Bereichs stärken den Anderen. Change Prozesse in die Nachhaltigkeit sind dann möglich, wenn Menschen in ihrem Arbeits- und / oder Organisationsbereich beteiligt werden. Sie werden mit ihrem Potential anerkannt, mit ihrer Kreativität und ihren Zweifeln, ihrer Expertise gewertschätzt. All das, was sie initiieren ist dann auch tragfähiger, da sie es ja nunmal selbst umsetzen.

Keine Frage, es braucht Minimierungen in unserer Lebensweise, aber es braucht vor allem Veränderungen, die Freude machen zu entwickeln. Und stellen Sie sich vor eine Entwicklung in die Nachhaltigkeit beeinflußt. das mind set eines Unternehmens. Wertschöpfung wird dann in einem größeren und erfolgreichen Sinnkontext bestehen können.

Wenn also beim nächsten mal der Satz „was kann ich schon tun“ in ihren Sinn kommt, fragen Sie vielleicht Ihre Kolleg*innen, Chef*innen, Mitstreiter*innen „was können WIR als Organisation tun“. 

 

Einen Sommer in Lösungstrance wünscht

Christiane Lüschen-Heimer


24.Mai 2022

Von der Hirnzelle und dem Buch

 

Liebe Menschen, die once a month lesen

Mit dem heutigen Brief beginnt „once a month“. 

Wir bleiben entsprechend der Einleitung bei der Sinnhaftigkeit der schriftlichen Mitteilung von Gedanken aus dem eigenen beruflichen Kontext. 

Ist es nicht die Aufgabe von Berater*innen, Coach*innen, Organsiationsentwickler*innen den Denkprozess flexibel zu halten und durchgehend von der Handlungsebene auf die Haltungsebene und auf die Metaebene zu wechseln? Und dann wieder zurück?

Wenn es mir gelingt in einem manchmal sehr vollen Arbeitsalltag ein Fachbuch zur Hand zu nehmen und auch nur 2-3 Seiten der Erkenntnisse, Hypothesen, Erfahrungen einer/s Kolleg*in zu lesen, platzen manchmal kleine Seifenblasen in meinem Denken. Längst abgeschlossene Beratungssituationen, die immer noch als lauernde Frage in meinem Langzeitgedächtnis spuken, können plötzlich als Geschichte zu Ende erzählt werden. Ich meine zu verstehen, was ich lange nicht verstanden habe. Förmlich höre ich das Geräusch zweier Hirnzellen, die sich zur neuen Erkenntnis treffen… Ein Lernprozess ist nicht linear. Das gilt auch für das Lernen in beruflichen Kontexten. Diese kleinen Seifenblasen buxieren mich aus der vermeintlichen Unklarheit meiner Rolle und meines Handelns in den aktuellen Beratungsprozessen. Die durch den Text eine/r Kolleg*in ausgelöste Selbstreflexion darf hilfreich anderen Menschen in Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Der Ausflug auf die Metaebene im Verstehensprozess landet wieder im beraterischen Handeln. 

Manchmal höre ich von Kolleg*innen die Frage danach, ob es denn nie aufhöre, dass man sich hinterfragt, entwickelt, neu konstruiert. Oftmals ist der Gedanke damit verbunden sich supervisorisch auf den Weg zu machen. Ja, das braucht es manchmal. Möglicherweise sind das dann auch auch anstrengende Prozesse. Und manchmal geht es eben auch sehr gut sich en passant mit einem Tee oder Glas Wein lesend zu entwickeln.

Also: Danke an alle Kolleg*innen, die nicht müde werden Bücher zu schreiben und ihre Gedanken teilen.

Ich wünsche einen erkenntnisreichen Frühling!

 

 

Ihre Christiane Lüschen-Heimer